Derselbe zugrunde liegende Markt — etwa Gold oder Öl — kann über mehrere verschiedene Instrumenttypen gehandelt werden, jeder mit eigener Mechanik. Die Wahl zwischen Futures, CFDs und Spot-Trading prägt Kosten, Flexibilität und Risikoprofil mehr, als vielen Tradern bewusst ist.
Spot-Trading
Spot-Trading bedeutet, einen Vermögenswert zur sofortigen Abwicklung zum aktuellen Marktpreis zu kaufen oder zu verkaufen — man besitzt den tatsächlichen Vermögenswert (z. B. physisches Gold, eine echte Kryptowährung oder Währung bei einem Forex-Spot-Geschäft), nicht ein Derivat davon. Es gibt kein Verfallsdatum und keinen Rollprozess.
Futures-Kontrakte
Ein Futures-Kontrakt verpflichtet Käufer und Verkäufer, zu einem festgelegten Preis an einem bestimmten zukünftigen Datum zu transagieren. Futures sind standardisiert, börsengehandelt und erfordern Margin, aber jeder Kontrakt verfällt und muss geschlossen oder in den nächsten Kontraktmonat gerollt werden, um die Exposition aufrechtzuerhalten.
CFDs
Ein CFD (Contract for Difference) ist eine Vereinbarung zwischen Trader und Broker, die Preisdifferenz eines Vermögenswerts von Eröffnung bis Schließung der Position auszutauschen. CFDs haben typischerweise kein festes Verfallsdatum (bei 'Cash'-Stil-CFDs), werden außerbörslich mit dem Broker als Gegenpartei gehandelt und bieten oft flexiblere Positionsgrößen als Futures.
| Merkmal | Spot | Futures | CFD |
|---|---|---|---|
| Eigentum am Basiswert | Ja | Nein (Derivat) | Nein (Derivat) |
| Verfall | Keiner | Fester Verfall, erfordert Rollen | Meist keiner (Cash-Stil) |
| Hebel | Meist keiner oder begrenzt | Hoch, standardisierte Margin | Hoch, broker-festgelegte Margin |
| Handelsplatz | Börse oder OTC-Markt | Regulierte Börse | OTC mit Broker |
| Flexibilität der Kontraktgröße | Variabel | Fest, standardisierte Lots | Flexibel, oft Bruchteile von Lots |
Rollover-Kosten und Effekte
Futures-Trader, die eine Position über den Verfall hinaus halten, müssen in den nächsten Kontrakt 'rollen', was eine Preislücke (Contango oder Backwardation) zwischen dem verfallenden und dem neuen Kontrakt verursachen kann. CFD-Trader vermeiden diesen manuellen Rollover, zahlen aber stattdessen laufende Overnight-Finanzierungskosten für das Halten gehebelter Positionen.
Futures werden über eine zentrale Börsen-Clearingstelle abgewickelt, was das Gegenparteirisiko reduziert. CFDs werden direkt mit dem Broker als Gegenpartei gehandelt, was die Regulierung und finanzielle Stabilität des Brokers zu einem wichtigen Aspekt macht.
Wer passt zu wem
- ▸Langfristige physische Halter oder Absicherer mit echtem Lieferbedarf: Spotmärkte.
- ▸Institutionelle und fortgeschrittene Trader, die börsengeclearte, standardisierte Exposition wollen: Futures.
- ▸Privattrader, die flexible Positionsgrößen, keinen festen Verfall und einfachen Zugang zu vielen Märkten wollen: CFDs.