Eine echte Aktie zu kaufen und einen CFD auf dieselbe Aktie zu handeln, können im Preischart identisch aussehen, aber die zugrunde liegende Mechanik, Kosten und Risiken sind sehr unterschiedlich. Diese Unterschiede zu verstehen ist wichtig, bevor man wählt, was zu den eigenen Zielen passt.
Eigentum
Der Kauf einer Aktie macht dich zum Miteigentümer des Unternehmens mit Aktionärsrechten wie Stimmrecht und in manchen Fällen direktem Dividendenanspruch. Ein CFD gibt dir überhaupt kein Eigentum — es ist ein Derivatvertrag, der dich basierend auf der Preisbewegung der zugrunde liegenden Aktie bezahlt oder belastet.
| Merkmal | Aktie | CFD auf Aktie |
|---|---|---|
| Eigentum | Ja, echtes Eigenkapital | Nein, nur Derivat |
| Hebel | Keiner (außer bei Margin-Konto) | Meist verfügbar (broker-/regionsabhängig) |
| Leerverkauf | Komplex, erfordert das Ausleihen von Aktien | Einfach, Verkauf per Klick |
| Dividenden | Direkt als Aktionär erhalten | Angepasst über Gut-/Belastung |
| Stimmrecht | Ja | Nein |
| Overnight-Finanzierung | Keine (voll bezahlte Aktien) | Wird auf gehebelte Positionen über Nacht berechnet |
Hebel & Risiko
CFDs ermöglichen es Tradern, mit weniger Kapital durch Hebelwirkung eine größere Position zu kontrollieren. Das verstärkt sowohl Gewinne als auch Verluste, und Verluste können bei manchen Kontotypen den ursprünglich eingezahlten Betrag übersteigen, weshalb Risikomanagement speziell beim CFD-Trading essenziell ist.
Eine 10-fach gehebelte CFD-Position verstärkt eine 5%ige Gegenbewegung der zugrunde liegenden Aktie zu einem 50%igen Verlust auf deine Margin. Bemesse CFD-Positionen immer basierend auf deinem tatsächlichen Kontorisiko, nicht nur der nominalen Exposition.
Leerverkauf
Das Leerverkaufen einer echten Aktie erfordert typischerweise das Ausleihen von Aktien von einem Broker, was Leihgebühren und Verfügbarkeitsbeschränkungen mit sich bringen kann. Leerverkäufe per CFD sind meist so einfach wie ein Klick auf 'Verkaufen', was CFDs zu einem gängigen Werkzeug für Trader macht, die schnelle, flexible Exposition zu fallenden Preisen wollen.
Kosten
- ▸Aktien: Broker-Provision, teils Depotgebühren, keine laufenden Finanzierungskosten bei voll bezahlten Aktien.
- ▸CFDs: Spread und/oder Provision pro Trade, plus tägliche Overnight-Finanzierungskosten auf gehebelte Positionen, die über den Handelsschluss hinaus gehalten werden.
Welcher Stil passt wozu
- ▸Langfristige Anleger, die Eigentum, Dividenden und Stimmrecht suchen: echte Aktien.
- ▸Kurzfristige Trader, die Hebel, einfache Leerverkäufe und flexible Positionsgrößen wollen: CFDs.
- ▸Wer CFDs in Betracht zieht, sollte Overnight-Finanzierungskosten für Positionen einkalkulieren, die länger als ein oder zwei Tage gehalten werden.